Haiku – aus Versehen

Abendsonne vergoldet
„Speerspitzen“
am Zaun.

img_20200324_170855
Veröffentlicht unter Poesie, spezielle Poesie | Kommentar hinterlassen

Der Kreistag Meißen im Dezember


Der Kreistag zu Meißen tagte1, wie gewohnt2, in der Aula einer respektablen Bildungseinrichtung3 der Kreises.

(Fußnoten s.u.)

Musik für Alle

Relativ feierlich, der Adventszeit entsprechend, verlief die Eröffnung durch die jungen

sammeln.mit-herz

Sammeln mit Herz

Künstler der Kreismusikschule mit instrumentalen und vokalen Darbietungen, die von dem wirklich großen musikalischen Potenzial unserer Kinder und Jugendlichen im Kreis zeugten. Nicht zuletzt war sicherlich der Gedanke führend, die Kreisräte in Spenderlaune

resultat-ueber.500eur

Ergebnis:  über 500€

zu bringen, was sich auch tatsächlich in einer Sammlung von etwas über 500 Euro niederschlug4. Zunächst kam die Idee aus unserer und der SPD-Fraktion, jedoch bei der Ansage dieser Initiative meldeten sich sofort lautstark CDU-Kreisräte, die ebenfalls gespendet hatten. Insgesamt eine gute Sache also. Es wäre auch seltsam, wenn ausschließlich linke Kreisräte den Karren „Kreismusikschule“ aus dem Dreck ziehen sollten.

Denn da steckt er – zumindest in der Gemeinde Käbschütztal, einem offensichtlich verunglückten Ergebnis der letzten Gemeindereform.

Bürger fragen

Aus dieser – durchaus nicht entlegenen – Ecke des Kreises kamen auch einige der fragenden Bürger, die sich in der Bürgerfragestunde allerdings nicht unbedingt mit Fragen meldeten sondern oft genug emotional untermauerte Statements abgaben. Die Bürgerfragestunde richtet sich natürlich zuerst an die Kreisverwaltung, wird aber nicht zufällig im Beisein aller Kreisräte durchgeführt. In der Sitzung des Kreistages selbst allerdings fanden die Anliegen der Bürger zunächst noch keinen direkten Widerhall. Sehr wahrscheinlich werden die Anfragen im Landratsamt „abgearbeitet“, nach Vorschrift sozusagen. Sie sind aber auch eine gute Gelegenheit für Parteien und Fraktionen, den Bürgern offen – oder verschlossen – gegenüberzutreten. Je klarer und transparenter diese Anliegen öffentlich kommuniziert werden, um so mehr Aufmerksamkeit und Interesse kann die politische Kraft gewinnen, die das wirklich tut. Und nicht unter der Last der Stammtische, sondern souverän. Wir stehen alle unter Beobachtung – durch die Wähler. Mehr oder weniger.

Unsere Fraktion nimmt Bürgeranfragen selbstverständlich auch außerhalb von Kreistagssitzungen aufmerksam entgegen. Was zur Behandlung im Kreistag ansteht entnimmt der mündige Bürger dem bekannten Informationssystem (s. entspr. Fußnote).

Transparenz und Amtsblatt

Zum Thema Transparenz von politischem und Verwaltungshandeln gab es im Kreistag einen bemerkenswerten Schlagabtausch. Das Amtsblatt des Kreises sollte eigentlich ein neues Statut bekommen, das die CDU von ihrer Führungsverantwortung für die Gestaltung des „Zentralorgans“ im Kreis erlöst. Kreisrat Gey (SPD) sprach von einem Monopolblatt, solange den Fraktionen kein Raum für öffentliche Äußerungen dort eingeräumt wird.

Auch aus einigen Städten und Gemeinden im Kreis ist solches Medienmonopol der CDU bekannt. Die Verwaltung allein hat die Meinungs- und Deutungshoheit im Amtsblatt. Und dann kommen die zahlenden Inserenten. Die kriegen so viel Platz, wie sie bezahlen. Die gewählten Vertreter des – gemäß Verfassung – eigentlichen Souveräns, des Volkes haben nach Meinung der Mehrheiten im Amtsblatt nichts zu suchen – respektive zu schreiben. Will die CDU wirklich abwarten, bis sie, wie weiland die SED, mangels Vertrauen darüber nicht mehr zu befinden hat?

Interessanterweise argumentierte ausgerechnet ein Vertreter der AfD-Fraktion gegen das Veröffentlichungsrecht der Fraktionen damit, es gebe doch noch genügend „andere Zeitungen für die Parteien“. Welch glänzendes Plädoyer für unsere bürgerliche Presselandschaft, die sonst auch gerne „Lügenpresse“ genannt wird. Und ausgerechnet von der AfD. Dass wir das noch erleben durften!

Und natürlich auch der eine NPD-Abgeordnete konnte sich mit diesem „drohenden“ Recht nicht anfreunden. Weil er – natürlich – keine Fraktion ist.

Schmunzeln 1

Teils auch mehr innerlich grinste so mancher Kreisrat über die erneute Bildung einer Bewertungskommission zum Thema Stasi. Die sonst dem „Willen des Volkes“5 so verbundene Fraktion der AfD argumentierte mit der dreißigjährigen Liegedauer der DDR auf dem Friedhof der Geschichte: „Nur Mörder verfolgt man länger!“. Nun ja, wenn man selbst betroffen ist …

Unsere Fraktion wird in dieser Kommission mit Sachlichkeit – und vor allem: Sachkenntnis – mitarbeiten, vertreten durch unsere Fraktionsvorsitzende, die im DDR-Staatsapparat die DDR mit allen Licht- und Schattenseiten sehr gründlich kennen gelernt hat. Wir sind da zuversichtlich.

Lustig (für die CDU gar nicht)

Belustigt nahm die Mehrheit auch das Ansinnen der CDU zur Kenntnis, man möge einen Appell an den Gesetzgeber richten, die Annahme von Mandaten (nur auf Kreisebene?) neu zu regeln. Anlass war das unwürdige Spielchen in der konstituierenden Sitzung, einen von der SPD gewollten Kreisrat zu etablieren respektive zu verhindern. Die „kleine Schlammschlacht“ war schnell vom Tisch. Aus sehr verschiedenen Perspektive kamen sinnvolle Gegenargumente wie: „keine Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung“ und „typischer CDU-Antrag“ (FDP) oder „Mangel an inhaltlicher Stringenz“, und nochmaliger Erklärung des Unterschieds zwischen Verhältniswahl und Personenwahl für die CDU (SPD/Grüne), so dass der eigentlich betroffene Kreisrat gar nicht mehr mit Wiederholungen hätte nachlegen müssen. Aber geschadet hat es auch nicht.

Schmunzeln 2

Eine der schönsten Baumaßnahmen war eine nunmehr per Beschluss abgeblasene: Der Neu- und Erweiterungsbau des Landratsamtes auf der Brauhausstraße in Meißen. Hier hatten interessierte Kreise zunächst gute Karten gehabt, in Wertpapieren angelegte Millionen des Kreises in Glas und Beton umzuschichten. Man weiss: Kapital wird langsam lästig in Zeiten der Negativrenditen.

Dass ein Teil dieser Gelder stattdessen – als Darlehen zu beiderseits günstigen Bedingungen – in die Krankenhäuser des Kreises fließen wird, bringt in unseren Augen eine vortreffliche Rendite. Dazu passend soll Winston Churchill gesagt haben: „Ein Gemeinwesen kann sein Geld nicht besser anlegen, als indem es Geld in Babies investiert.“

Und in die Gesundheit aller Bürger ist allemal gut für Babies.

Wir wünschen ein Frohes Fest der Geburt …!


1mit 83 stimmberechtigten Teilnehmern

2Leider ohne WLAN – d.h. ohne brauchbare Internetverbindung.

3Einzelheiten können öffentlich eingesehen werden unter http://www.kreis-meissen.org/=> Kreistag => Ratsinformationssystem.

4Die Presse berichtete drüber rührend präzise.

5s. WIKIPEDIA: Narodowolzen

 

Veröffentlicht unter Prosa, Rezension, spezielle Poesie, Wendepunkte | Kommentar hinterlassen

Wortgewalt

Ich reblogge sonst nie.
Aber hier mache ich eine Ausnahme.
Aus Gründen.

SWB - MeiBlog

Was ich wirklich wollte, von Anfang an, war zu schreiben. In Texte, in Worte, meine zweite Welt, einzutauchen, mein Erleben zu sortieren, nach außen zu transportieren mit meinen meist bedacht gewählten Worten. So habe ich mehr als mein halbes Leben verbracht. Und genau das konnte ich seit einiger Zeit nicht mehr, habe es mir nicht mehr erlaubt, geglaubt, es mir nicht mehr erlauben zu können.

Denn meine Worte hatten wohl für ein paar zu viel Wucht.

Sie werfen mir vor, Falsches geschrieben zu haben. Sie haben jeden Satz zerrissen, aus dem Zusammenhang gerissen. Sie haben angefangen, meine Worte in Einzelteile zu zerlegen, obwohl ich sie so zusammengefügt habe, dass sie etwas Zusammengehörendes ergeben. Sie haben nicht versucht, meine Worte zu verstehen, sie an sich heranzulassen, darüber nachzudenken, sie mit Wohlwollen zu betrachten. Meine Worte wurden mir nur übelgenommen, missgedeutet. Sie haben meine Texte und dann gleich noch mich verrissen.

Mir…

Ursprünglichen Post anzeigen 317 weitere Wörter

Veröffentlicht unter spezielle Poesie | Kommentar hinterlassen

Ein „vaterlandsloser Geselle“ aus Frankfurt

Irak:

Es begann einst mit „Befreiungsschlägen“ von „chirurgischer Präzision“ bei Anwesenheit von „embedded“ Journalisten und daher bestmöglichen Bedingungen, um den Völkern des Orients „Freiheit“ und „Demokratie“ zu bringen.

Dr. Frank Schirrmacher (verstorben 2014) schrieb in „Das Methusalem-Komplott“ (München 2004, Taschenbuchausgabe 2005) auf Seite 51 über die „Jugendwelle“ in den muslimischen Ländern, parallel zur Alterung der Industrienationen.

Schirrmacher bezieht sich dabei auf eine Ausgabe von „Foreign Affirs“ („Strategiezeitschrift der amerikanischen Aussenpolitik“) vom Sommer 1993.

„Huntingtons Prognose wurde von vielen als blueprint für die amerikanische Aussenpolitik im 21. Jahrhundert verstanden“ – schreibt Schirrmacher (S. 49).

„Huntington hat in seinem Buch auch jene Länder genannt, …
Ägypten, Iran, Saudi-Arabien und Kuwait“ (S. 51)

Nun, Schirrmachers Buch ist 10 Jahre alt, die von ihm zitierten Texte über 20 Jahre. Und alles war und ist veröffentlicht. Frank Schirrmacher ist über 1 Jahr tot. Das muss diejenigen freuen, die unsere politische Aufmerksamkeit auf ganz andere Dinge lenken wollen.

Wir sollten uns zu Schirrmachers Absicht, uns aufzuklären, bekennen – und bei ihm nachlesen, damit wir wieder zu denken lernen. Reflexe bringen uns nicht weiter.

„Jetzt spricht vieles dafür, dass in den Jahrzehnten ihres (der 68er) Altwerdens , von 2010 bis 2050, die Krise zur Katastrophe wird.“

Gedruckt 2005 – wie gesagt.

Merkwürdig auch, dass der „Frank-Schirrmacher-Preis“ mit 20.000 CHF ausgelobt wird. Ein „vaterlandsloser Geselle“, dieses „Subjekt“ – in Deutschland jedenfalls. Aber lesenswert. Jetzt gerade.

Veröffentlicht unter Geschichte und Geschichten, Literatur, Rezension | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Zwi Kanar: JONA oder   A fish hot mikh nisht ayngeshlungen.

Dieses Buch gibt keine Ruhe. Wie der Autor.  Er hat vor sich selbst keine Ruhe, ein Leben lang. Er ist als Halbwüchsiger davongekommen,  sah seinen Vater zuletzt in Buchenwald hinterm Stacheldraht. Bei Kriegsende ist er gerade 14 Jahre alt.  Hat seine Kindheit in Konzentrationslagern und auf dem Todesmarsch verbracht, seine Mamme schon lange nicht mehr gesehen und rechnet zunächst damit , der einzige Überlebende seiner Familie zu sein.
Er landet im Erzgebirge und erlebt plötzlich so etwas wie Leben. Beinahe unwirklich für den jüdischen Jungen aus der deutschen Hölle.

image

Titelseite

Die Deutschen um ihn haben – wenn nicht ein schlechtes Gewissen – so doch immerhin Angst vor der Verantwortung, zu der die Sieger sie ziehen könnten. Sieger, die jetzt nicht hier wären, hätte man sie nicht zuvor bekriegt. Und dann noch diese Juden, von denen man doch gar nichts gewusst hatte.

Der Vierzehnjährige ohne Kindheit spürt die ängstliche Verlogenheit der Besiegten, die an so gar nichts schuldig geworden sind. Er könnte sich als Sieger fühlen – doch er fühlt sich einfach schlecht.

Er sucht in der Heimat nach Anknüpfungspunkten zu seinem Leben, das da eigentlich hätte stattfinden sollen – und findet wenige überlebende Verwandte, aber auch Leere und Hoffnungslosigkeit.

Geradezu mit geheimdienstlichen Mitteln wird die Auswanderung einer Gruppe junger polnischer Juden  nach Israel geplant und durchgeführt. Entgegen der schönen Legende, dass mit der Naziherrschaft für Juden alle Probleme aus der Welt sind, erlebt der Junge noch in Sichtweite der israelischen Küste Widerstand und Diskriminierung – und ausgerechnet von der britischen  Siegermacht.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte und Geschichten, Literatur, Prosa, Rezension, Wendepunkte | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Umstände sind nicht alternativlos

Die Biostrukturanalyse  (=> „Structogram„) erklärt fast nebenbei,  wie groß

image

Frank Richter gestaltet (wie 1989 auf der Prager Strasse) die Umstände des Pegida-Dialogs menschlich

der Anteil „autoritärer Bedürfnisse“ an der Summe   aller menschlichen Bedürfnisse ist.
Das ist praktisch nicht veränderbar – außer durch genetische Eingriffe,  vor denen uns dieser und jener verschone!
Hannah Arendt konnte davon noch nicht viel wissen, als sie über Totalitarismus schrieb. Sie hat zutreffend beschrieben,  was sie erkannte, ohne zu den biologischen Ursachen vorzudringen.
Einen weiteren Ansatz zum Verstehen  (H. ARENDT: „Ich will verstehen“. Piper,  München 1996)  hätte sie vermutlich bei Friedrich Engels gefunden,  der in einem Brief an Feuerbach auf die bestimmende Rolle der  äusseren Umstände aufmerksam macht:

„Alles,  was die Menschen in Bewegung setzt,  muß durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es  in diesem Kopf annimmt,  hängt sehr von den Umständen ab.“

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte und Geschichten, Menschen und Götter, Pegida, Wendepunkte | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

„… wir haben vor 25 Jahren ein Wunder erlebt …“ ?

„Ein Ereignis, das sich jeglicher vollkommenen

Die beste DDR aller Zeiten – von Oktober 1989 bis Oktober 1990.

Entschlüsselung entzieht. “

(Michael Diener auf Facebook)


Für mich war es (zwischen Oktober 1989 und Oktober 1990) eine wunderbare Zeit und sehr leicht zu entschlüsseln – im Nachhinein.
Während dieser Zeit aber geschah, was Friedrich Engels schon hundert Jahre zuvor in einem Brief schrieb (abgedruckt im Sozialistischen Akademiker vom Oktober 1895):

„Es sind also unzählige, einander durchkreuzende Kräfte“, heißt es, „eine unendliche Gruppe von Kräfteparallelogrammen, daraus eine Resultante – das geschichtliche Ereignis – hervorgeht, die selbst wieder als das Produkt einer, als Ganzes bewusstlos und willenlos wirkenden Macht angesehen werden kann. Denn was jeder einzelne will, wird von jedem anderen verhindert, und was herauskommt, ist etwas, was keiner gewollt hat.“ (Brief von 1890) „Die politische, rechtliche, philosophische, religiöse, literarische, künstlerische usw. Entwicklung beruht auf der ökonomischen. Aber sie alle reagieren aufeinander und auf die ökonomische Basis.“

So war es – und ich war – auch damals schon – sehr gern mittendrin.
Man war zwar etwas unsicher, weil nichts mehr planbar war, aber überall war Zuversicht und Hoffnung. Überall war Toleranz und Verständnis – aber auch allerhöchste Wachsamkeit gegenüber dem Nächsten, was die Methoden der Veränderung betraf.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter DDR, Geschichte und Geschichten, Wendepunkte | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Palästina – oder der unverschämt lange Triumph des Flavius Silva

Im Jahre 0.066 begann der Jüdische Krieg als Aufstand gegen die Kolonialmacht Rom. Er endete im Jahre 0.073 mit der jüdischen Niederlage, als die Römer unter dem Befehlshaber Flavius Silva (nach Berichten von Flavius Josephus)  die Festung Masada stürmten – und ihnen eine Totenstille begegnete, weil keiner mehr lebte.

Rom jagte die übrige jüdische Bevölkerung aus dem Lande und gab dem Land den Namen derer, die als die ärgsten Feinde der Juden bekannt waren, der Philister. Seither gibt es Palästina. Und seither gab es Juden in aller Welt – ausser in Palästina. Bis Theodor Herzl 1895 die europäische „Judenfrage“ von einer sozialen – zu einer Frage der politischen Geografie umformte.

Dass nach dem Jahre 0.073 arabische Stämme geräumte jüdische Siedlungen „übernahmen“, wie im Herbst 1939 deutsche Bauern die „geräumten“ Höfe im von Nazideutschland überrollten Polen, wollen wir den Arabern von damals nicht vorwerfen. Sei waren der Obrigkeit gehorsam.

Dass dann im Jahre 0.610 Mohammed eine neue Hypothese über den Willen Gottes bezüglich der Weltherrschaft aufstellte, wollen wir ihm auch nicht vorwerfen. Im 7. Jahrhundert wurde auch bei uns vieles blind geglaubt, was wir heute besser wissen.

Dass 1922 im Ergebnis des 1. Weltkrieges und unter Beachtung von Herzls Ideen das zuvor lange osmanisch (Kriegsverlierer!) gewesene Palästina unter Völkerbundsmandat (UNO-Vorläufer) in britischer Verwaltung gestellt wurde, mag die dort lebenden, numehr muslimischen Araber gestört haben – oder auch nicht. Sie hatten sich seit den alten Römern mit so gut wie jeder Kolonialmacht arrangiert. Oder umgekehrt.

Dass jedoch nunmehr jüdische Siedlungen am alten Stammplatz mittels (legalem!) Landbesitz gefördert wurden und jüdische Menschen nach fast 1.900 Jahren die Heimat der Ur-Väter wieder in Besitz nehmen wollten, versteht man, wenn man weiss, wie schlecht sie diese 1.900 Jahre in der Fremde immer wieder behandelt wurden. Manche verstehen es nicht. Es war eben nicht nur Auschwitz. Auschwitz war nur der Gipfel. Das Leid war überall. Und immer wieder.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte und Geschichten, Wendepunkte | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Biotope

Der Mensch kämpft nicht gegen die Natur, er ist Teil der Natur, die fortwährend gegen und mit sich selbst kämpft. Und wenn der Mensch verschwunden ist und lediglich Müllhalden von ihm bleiben, dann werden genau diese Müllhalden von künftigen intelligenten Insekten als bewahrenswerte Reste ursprünglicher Natur geschützt werden, aus der sie in grauer Vorzeit gekommen sind.
Und Menschenknochen werden gelegentlich als Relikte aus der Zeit vor der Sintflut gezeigt werden, als die Insekten noch viel grösser waren und auf zwei Beinen gingen. Ein absurder Gedanke natürlich – der mit den zwei Beinen. Das weiss doch jede Grille.

Veröffentlicht unter Menschen und Götter | Kommentar hinterlassen

Glücklicher Ausgang

Jäh naht die Front. Vom Stadtrand zucken Blitze.
Einschläge schon vorm übernächsten Haus.
Scharf beisst der Rauch chinesischer Geschütze.
Dann sind die Fussballmeisterschaften aus.

Veröffentlicht unter spezielle Poesie | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen