Nobelpreisverdächtigung

Eine unpräzise Würdigung

angesichts koreanischer Anlässe
für Günter Grass
von Sophia Sinner
2012

Ein Duft vom Klebstoff des Kulturbetriebs,
der den Nobelpreis an die Jacke kleistert,
strömt übers Land. Hurra – er hat’s gemeistert.
Das Land braucht ein Gedicht – und Günter schrieb’s.

Das Land hat viel gebraucht in diesen Tagen.
Auf manches machte es sich seinen Reim –
zurechtgeschustert oft mit Knochenleim –
von Doktortiteln bis zu Präsidentenklagen.

Ein altvertrauter Duft der dunklen Winde,
gross tönt – und würdig – er vom Abort her.
Und ehrfurchts-starr des Dichters gläubiges Gesinde –
zu lange kam ja schon von dort nichts mehr.

Doch mitten im Ergriffensein – vom Pressen –
sagt uns der Dichter, warum er das tut:
Er hat es schlicht beim letzten mal vergessen,
als man ihn angehört. Dann schwenkt er seinen Hut.

Und geht davon. Er hat sich nun gezeigt.
Und aus dem Leimtopf uns den Marsch gegeigt.

Über Reinhard Heinrich

Wird gern besucht unter: http://rondobildung.blogspot.com
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