Palästina – oder der unverschämt lange Triumph des Flavius Silva

Im Jahre 0.066 begann der Jüdische Krieg als Aufstand gegen die Kolonialmacht Rom. Er endete im Jahre 0.073 mit der jüdischen Niederlage, als die Römer unter dem Befehlshaber Flavius Silva (nach Berichten von Flavius Josephus)  die Festung Masada stürmten – und ihnen eine Totenstille begegnete, weil keiner mehr lebte.

Rom jagte die übrige jüdische Bevölkerung aus dem Lande und gab dem Land den Namen derer, die als die ärgsten Feinde der Juden bekannt waren, der Philister. Seither gibt es Palästina. Und seither gab es Juden in aller Welt – ausser in Palästina. Bis Theodor Herzl 1895 die europäische „Judenfrage“ von einer sozialen – zu einer Frage der politischen Geografie umformte.

Dass nach dem Jahre 0.073 arabische Stämme geräumte jüdische Siedlungen „übernahmen“, wie im Herbst 1939 deutsche Bauern die „geräumten“ Höfe im von Nazideutschland überrollten Polen, wollen wir den Arabern von damals nicht vorwerfen. Sei waren der Obrigkeit gehorsam.

Dass dann im Jahre 0.610 Mohammed eine neue Hypothese über den Willen Gottes bezüglich der Weltherrschaft aufstellte, wollen wir ihm auch nicht vorwerfen. Im 7. Jahrhundert wurde auch bei uns vieles blind geglaubt, was wir heute besser wissen.

Dass 1922 im Ergebnis des 1. Weltkrieges und unter Beachtung von Herzls Ideen das zuvor lange osmanisch (Kriegsverlierer!) gewesene Palästina unter Völkerbundsmandat (UNO-Vorläufer) in britischer Verwaltung gestellt wurde, mag die dort lebenden, numehr muslimischen Araber gestört haben – oder auch nicht. Sie hatten sich seit den alten Römern mit so gut wie jeder Kolonialmacht arrangiert. Oder umgekehrt.

Dass jedoch nunmehr jüdische Siedlungen am alten Stammplatz mittels (legalem!) Landbesitz gefördert wurden und jüdische Menschen nach fast 1.900 Jahren die Heimat der Ur-Väter wieder in Besitz nehmen wollten, versteht man, wenn man weiss, wie schlecht sie diese 1.900 Jahre in der Fremde immer wieder behandelt wurden. Manche verstehen es nicht. Es war eben nicht nur Auschwitz. Auschwitz war nur der Gipfel. Das Leid war überall. Und immer wieder.

Und letzten Endes wurde nur das römisch-koloniale Unrecht beendet. Keineswegs allzu spät. Rom wirkt noch immer sehr stark. Unsere Juristen lernen römisches Recht und unser katholischer Klerus spricht die Sprache Julius Cäsar, als wäre ware Augustus erst gestern abgetreten.

Soviel Imperium Romanum beherrscht uns noch heute. Sollten da nicht wenigstens die Kinder Israel im Jahre 1.922 nach Augustus gegen römisch-imperiales Völker-Unrecht aus dem Jahre 0.073 aufbegehren dürfen?

Hier wenigstens, finde ich, hätten arabische Stämme in römisch-türkisch-britisch Palästina etwas Verständnis für die Spätaussiedler respektive Heimkehrer entwickeln dürfen – wenn sie nur die historische Bildung gehabt hätten. Vermutlich ist ihnen aber alles, was vor Mohammed geschah, eine ziemlich dunkle Zeit – wenn man von der Überlieferung im Koran absieht.

Pech für die Römer, ihre Feinde, ihre Freunde und Nachfolger.

Kaum waren diese goepolitischen Folgen des ersten Weltkrieges einigermassen in verwaltungstechnischen Sack und Tüten, hatte sich die UNO mit dem Teilungsplan für Palästina von 1947 eine dauerhafte Neuaufteilung der von Rom entkolonialisierten, vom Türken-Joch befreiten, aber immer noch durch Araber besiedelten Landschaft am Jordan zu schaffen vorgenommen.

Manchnmal setzt sich die UNO durch, manchmal nicht. Manchmal hilft Amerika beim durchsetzen von UNO-Beschlüssen, manchmal nicht.

Manchmal begreifen die Völker, was gut für sie ist, manchmal nicht. Wir haben darüber seit 1933 vorläufig nicht zu richten. Aber ein wenig informieren dürfen wir doch schon – oder?
Damit die dumpfe Rechthaberei historisch unwissender Bandenhäuptlinge endlich aufhört, muss deren Autorität gebrochen werden. Durch Einfuhr von Sachkenntnis in die Köpfe ihrer blind gläubigen Anhänger. Das muss man aber wollen.

Über Reinhard Heinrich

Wird gern besucht unter: http://rondobildung.blogspot.com
Dieser Beitrag wurde unter Geschichte und Geschichten, Wendepunkte abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s